CoRoT wird vielleicht sterben!

Ich glaube einige Fragen sich gerade: Wer oder Was ist ein CoRoT? Das liegt vermutlich daran, dass CoRoT nicht so präsent in den Medien ist, wie das Kepler Teleskop. Ja, ihr habt richtig gehört, CoRoT ist ein Teleskop von der französischen Raumfahrtbehörde CNES. Es wurde in Kooperation mit einigen anderen europäischen Ländern entwickelt, und wurde am 27. Dezember 2006 ins All geschickt. CoRoT steht in diesem Fall für “COnvection, ROtation and planetary Transits” und sagt aus, was das Teleskop für eine Aufgabe hat (das wird gleich erklärt). Die erste Frage, die sich jetzt natürlich stellt: Warum kennen nur wenige CoRoT?

Das liegt daran, dass die Zugänge zur Öffentlichkeitsarbeit der EU bzw. in den USA bei Kepler viel größer war als bei CoRoT. Es lag also keines Falls daran, dass CoRoT schlechtere Arbeit geleistet hat, im Gegenteil, sondern es lag eher an den unterschiedlichen Zugängen zu PR.

CoRoT hat wunderbare Arbeit geleistet! Es beobachtet Helligkeitsschwankungen, um einerseits Astroseismologie zubetreiben und mehr über das Innenleben der Sterne herauszufinden, andererseits um Exoplaneten zu finden. Dies hat es auch erfolgreich gemacht: CoRoT hat bisher 31 Exoplaneten entdeckt, und 200 “Planeten“ die noch gepfrüft werden müssen, ob es Exoplaneten sind.

Datei:Satellite corot.jpg

Bild: Occultus

Doch jetzt, wo alles so schön geredet habe, muss ich auch wieder schlechte Stimmung verbreiten. Bei CoRoT gibt es momentan nähmlich ernst zu nehmende Probleme! Nach einem Computerausfall können neu aufgenommene Bilder nicht mehr aufgerufen werden. Zwar kann man CoRoT noch steuern, und das Teleskop selbst kann auch noch beobachten, aber wenn CoRoT ein neues Bild macht, kann man es nicht abrufen! Noch ist unklar, was mit CoRoT passiert. Fabienne Casoli, Direktorin für Weltraumwissenschaft und -erforschung bei der französischen Weltraumagentur CNES zu diesem Thema:

,,Wir halten das Problem für ernst. Im Dezember wird man probieren, den Computer neu zu starten. Aber mehr kann man nicht mehr tun. Wenn das nicht klappt, dann ist das Teleskop tot.“

Das wäre wirklich schade, für so ein tolles Gerät. Eigenlich war eine Missionsdauer von “nur“ 3 Jahren geplant, jedoch im Jahr 2009 wurde die Missionsdauer bis März 2013 verlängert. CoRoT hat also eigentlich alle Erwartungen erfüllt.

Na ja, da gilt es abzuwarten! Ich hoffe das CoRoT überlebt. Und wenn es doch stirbt, macht es denoch noch tolle Entdeckungen, den auf den Computern der Wissenschaftler liegen noch viele Bider und Daten, die ausgewertet werden müssen. Schade wäre es trotzdem.

Malcom Fridlund, einer der führenden Projektwissenschafler bei CoRoT hat die passenden Schlussworte für das vielleicht bevorstehenden Ende von CoRoT:

“It has done what it was designed for and you can’t ask more from a spacecraft.”

Und wer Lust hat, in seinen Zimmer ein eigenes CoRoT stehen zu haben, kann sich ja selbst eins Basteln. Viel Spaß!

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von Stefan Joußen Veröffentlicht in Teleskope

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