CHEOPS sucht die zweite Erde!

Nachdem CoRoT vielleicht sterben wird, plant die ESA wieder mal eine spannende aber auch kleine Mission. Ein Weltraumteleskop, das sich auf die Suche nach Exoplaneten begeben soll. Aus 26 Projektvorschlägen haben Vertreter der 19 ESA-Mitgliedsländer CHEOPS ausgewählt. Das Akronym steht für Characterizing ExOPlanet Satellite – Satellit zum Studium von Exoplaneten.

„Wir konzentrieren uns auf Sterne, die Exoplaneten in ihrem System haben. CHEOPS wird vergleichende Studien von Planeten bis zu einer Erdmasse ermöglichen und das mit einer Präzision, die sich von der Erde aus einfach nicht erreichen lässt“, erläutert Professor Alvaro Giménez-Cañete, der ESA-Direktor für Wissenschaft und robotische Erkundung.

Ab 2017 soll das 200 Killogramm schwere Teleskop in 800 Kilometern Höhe mindestens dreieinhalb Jahre lang kleinere Planeten untersuchen. Vielleicht entdeckt CHEOPS auch eine zweite Erde:

,,Viele Forscher sind davon überzeugt, dass es im Universum an Exoplaneten nur so wimmeln dürfte und demzufolge extraterrestrisches Leben unvermeidlich ist. Es ist nur eine Frage der Zeit, wann unsere lebensfreundliche Erde ihre singuläre Sonderstellung verlieren wird. Das Hauptaugenmerk der Forscher ist deshalb auf kleine Exoplaneten mit bis zu sechs Erdradien gerichtet – sogenannte Supererden. Mit verfeinerten Messmethoden, und hierzu gehört die satellitenbasierte Suche, versuchen sie diese erdähnlichen Gesteinsplaneten aufzuspüren. Vielleicht befindet sich darunter sogar eine zweite Erde?“

Vielleich findet CHEOPS sorgar wirklich eine zweite Erde. Irgendwo muss sie ja sein. Bei so vielen Exoplaneten.

Quelle: University of Bern

Die suche nach Exoplaneten ist sehr schwierig. Man kann ja nicht mal gerade so in ein anderes Sonnesystem gucken. Deshalb benutz auch CHEOPS, wie seine Vorgänger CoRoT (ESA, 2006) und Kepler (NASA, 2009), die Transitmethode. Die Detektoren des Teleskops beobachten die Helligkeit des Sterns mit extrem großer Genauigkeit. Zieht ein Planet vor der Sonne vorüber – ein Transit – verdunkelt er seinen Zentralstern geringfügig, wie bei einem Venus- oder Merkurtransit. Aus der Stärke des Helligkeitsabfalls lässt sich dann der Durchmesser des Exoplaneten bestimmen.

Mit einer anderen Methode, die Radialgeschwindigkeitsmethode lasst sich die Masse des Planeten ermitteln. Sind diese beiden Faktoren bekannt, kann man die Dichte herrausfinden. Diese wiederum verrät die primäre Zusammensetzung des Exoplaneten – Gestein, Gas oder Eis.

Die ESA steuert zu den Projektkosten maximal 50 Millionen Euro bei. Der Rest wird von den beteiligten Partnern getragen.

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von Stefan Joußen Veröffentlicht in Teleskope

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