Asteroid Chariklo mit seinen zwei Ringen

Am 15. Februar entdeckte der Astronom James V. Scotti am Observatorium von Kitt Peak den Asteroid Chariklo. Chariklo ist ein großer Asteroid (Kleinplanet) mit einem Äquivalenzradius von 124 km. Er gehört der Gruppe der Zentauren an. Zentauren sind eine Klasse von Asteroiden, die sich zwischen den Umlaufbahnen von Jupiter und Neptun um die Sonne bewegen.

Chariklo war bis dato ein mehr oder weniger normaler Asteroid. Aber seit diesem Monat ist dieser Asteroid etwas ganz besonderes. Er ist nämlich der einzige Asteroid bis heute, welcher Ringe aufweist. Diese (zwei) Ringe bestehen größten teils aus Eis. Das erklärt auch, wieso bei früheren Beobachtungen des Asteroiden manchmal Wasser gemessen wurde und manchmal nicht. Die Ringe sind so flach, dass sie aus manchen Winkeln nicht zu erkennen sind. Die beiden Ringe sind durch eine etwa 9 km große Lücke voneinander getrennt. Deshalb wird vermutet, dass noch mindestens ein Schäfermond existiert, welcher das Ringsystem stabilisiert.

Funktionsweise eines Schäfermodes:

File:Hirtenmond.png

Quelle: The viewer

Wikpedia: ,,Befinden sich Partikel vor oder hinter dem Mond auf seiner Umlaufbahn, so werden diese entweder in Bahnrichtung beschleunigt und nach außen geschleudert, oder sie werden auf ihrer Bahn abgebremst und nach innen gezogen.“

Chariklo

Quelle: Kwamikagami

Chariklo war zur Zeit der Beobachtung von der Erde mehr als 13 Mal so weit weg wie die Sonne. Doch woher wollen denn jetzt die Astronomen bloß wissen, ob dieser Kleinplanet tatsächlich Ringe besitzt? Das war im Prinzip “ganz einfach“ festzustellen. Zum Zeitpunkt der Beobachtungen, am 03. Juni 2013 richtete sich der Asteroid zwischen Erde und einem hellen Stern. Als sich nun der Asteroid vor den Stern schob, so verdeckt er diesen und das Licht des Sternes kommt nur noch abgeschwächt auf die Erde. Dies kann man mit dem bloßen Auge nicht erkennen, jedoch hochauflösende Kameras können diese „Abschattung“ aber beobachten. 15 bis 20 Minuten haben sie dafür Zeit.

Jedoch geschah dann etwas Besonderes. Der Stern verdunkelte sich nicht nur einmal, sondern gleich mehrfach. Mit einem Team von Dutzenden Astronomen bereitete man sich viele Monate lang über die Daten des Kleinplaneten. Ursprünglich wollten sie wissen, wie groß Chariklo ist, und mit etwas Glück berechnen, wie schnell er sich um seine eigene Achse dreht. Als die Astronomen die Daten der Teleskope schließlich ausgewertet hatten, blieb nur ein logische Schlussfolgerung übrig: Chariklo ist von zwei Ringen umgeben.

Leider ist es derzeitig nicht nicht möglich, Chariklo richtig zu beobachten. Wer so etwas machen möchte, der geht an die Grenze des technisch Möglichen. Bessere Bilder erhoffen sich die Astronomen durch das “European Extremely Large Telescope“ (E-ELT).  Dies ist jedoch noch nicht im Bau. Dieser soll aber noch dieses Jahr beginnen.

„Die Ringe werden die Physik für einige Jahre beschäftigen“, erwartet Colin Snodgrass vom Göttinger Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung.

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von Stefan Joußen Veröffentlicht in Asteroiden

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